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Bei der Auswahl von Hebezeugen für Industrieanlagen stellt sich Käufern häufig die Frage, ob ein Brückenkran oder ein Portalkran die bessere Lösung ist. Obwohl beide für den Materialtransport konzipiert sind, unterscheiden sie sich deutlich in Aufbau, Installationsanforderungen, Kosten und Einsatzszenarien. Die Wahl des falschen Krantyps kann langfristig zu höheren Projektkosten, ineffizienter Raumnutzung oder betrieblichen Einschränkungen führen.
Dieser Artikel bietet einen klaren und praxisnahen Vergleich zwischen Brücken- und Portalkranen. Durch die Analyse ihrer wichtigsten Unterschiede und typischen Anwendungsfälle möchten wir Einkäufer, Ingenieure und Projektmanager dabei unterstützen, fundierte Entscheidungen auf Basis realer Betriebsbedingungen und nicht aufgrund von Annahmen zu treffen. Ob Sie eine neue Anlage planen oder bestehende Anlagen modernisieren möchten – dieser Leitfaden hilft Ihnen bei der Auswahl der passenden Kranlösung.
Obwohl Brücken- und Portalkrane hinsichtlich ihrer Hebefunktion ähnlich erscheinen mögen, unterscheiden sie sich in ihrer Konstruktion grundlegend. Um den richtigen Kran auszuwählen, ist es unerlässlich zu verstehen, wie die einzelnen Krane Lasten übertragen und mit ihrer Umgebung interagieren. Der folgende Abschnitt erläutert die wichtigsten strukturellen Unterschiede, die ihre Leistungsfähigkeit, Stabilität und Eignung für verschiedene Betriebsbedingungen bestimmen.
Brückenkrane sind Hebesysteme, die in Werkstätten, Lagerhallen und Industrieanlagen an erhöhten Positionen installiert werden, um Material effizient zu transportieren. Der Kran fährt auf Schienen, die üblicherweise an Gebäudewänden oder -säulen befestigt sind, wobei der Hubmechanismus an der Brückenkonstruktion aufgehängt ist. Da Brückenkrane auf der Gebäudestruktur als Stütze angewiesen sind, bieten sie eine ausgezeichnete Betriebsstabilität und lassen sich nahtlos in fest installierte Produktionslinien und Materialflusssysteme integrieren.
Ein Brückenkran besteht im Wesentlichen aus einem Hauptträger, Motoren, Winden oder Elektrohebezeugen, Fahrwerken für Brücke und Laufkatze, Haken und Bremssystemen. Je nach Hebeanforderungen sind Brückenkrane als Ein- oder Zweiträgerkonstruktionen erhältlich, wobei Zweiträgerkonstruktionen häufig für Schwerlast- und Hochlastanwendungen eingesetzt werden. Der Hauptträger ist üblicherweise als Kastenträger oder Fachwerkträger ausgeführt: Kastenträger zeichnen sich durch eine hohle, geschlossene Querschnittskonstruktion aus, die für hohe Festigkeit und Steifigkeit sorgt, während Fachwerkträger aus geschweißten Stahlprofilen gefertigt werden und ein geringes Eigengewicht bei ausreichender Tragfähigkeit bieten. Durch den Betrieb oberhalb des Bodenniveaus maximieren Brückenkrane die Nutzung der Bodenfläche unter der Brücke, ohne dass es zu Beeinträchtigungen durch Bodengeräte kommt.
Brückenkrane werden von der Gebäudestruktur getragen, wobei die Lasten über Kranbahnträger auf Stützen und Fundamente übertragen werden. Diese erhöhte, gebäudeintegrierte Bauweise ermöglicht Hebevorgänge, ohne Bodenfläche zu beanspruchen, wodurch sich Brückenkrane besonders für Werkstätten mit dichter Anlagenanordnung und festen Produktionslinien eignen.
Da der Kran oberhalb des Bodenniveaus arbeitet, ist der Materialumschlag hocheffizient und ungehindert, was eine nahtlose Integration in kontinuierliche und sich wiederholende Arbeitsabläufe ermöglicht. Zudem werden durch den Verzicht auf Bodenschienen Kollisionen mit Fahrzeugen, Personal und bodenmontierten Geräten vermieden.
Die größte Einschränkung eines Brückenkrans liegt in seiner Abhängigkeit von der Gebäudestruktur. Wurde die Werkstatt ursprünglich nicht für Kranbahnen ausgelegt, sind unter Umständen zusätzliche bauliche Verstärkungen erforderlich. Nach der Installation sind Spannweite, Fahrweg und Arbeitsbereich des Krans weitgehend festgelegt, was die Flexibilität für zukünftige Umgestaltungen einschränkt.

Portalkrane sind Hebesysteme, die häufig für projektbezogene Installationen und Schwerlastumschlag eingesetzt werden, sofern ausreichend Platz am Boden vorhanden ist. Sie eignen sich besonders für das Heben extrem schwerer oder übergroßer Lasten und finden breite Anwendung im Freien, beispielsweise auf Werften, Baustellen, in Kraftwerken und Materiallagern, wo eine Abstützung durch Gebäude nicht möglich ist.
Ein Portalkran besteht aus einem Hauptträger, starren und/oder flexiblen Stützbeinen, einem Hubwerk, einem Fahrwerk mit Brücke und Laufkatze sowie einer Kabeltrommel. Das charakteristische Merkmal eines Portalkrans sind seine Stützbeine, die die Lasten direkt auf den Boden und nicht auf ein Gebäude übertragen. Dadurch sind Portalkrane statisch unabhängig und können auch dort eingesetzt werden, wo keine Hängebrücken verfügbar, unpraktisch oder zu kostspielig zu installieren sind.
Dank ihrer beingestützten Konstruktion lassen sich Portalkrane sowohl im Innen- als auch im Außenbereich einsetzen, auf Schienen oder Rädern montieren und einfacher versetzen als Brückenkrane. Diese strukturelle Unabhängigkeit ermöglicht eine außergewöhnliche Anpassungsfähigkeit für projektbezogene Einsätze, temporäre Installationen und große, offene Arbeitsbereiche.
Die Beinkonstruktion, die Portalkranen Flexibilität verleiht, bringt auch Nachteile mit sich. Unter Umständen sind Bodenschienen und Fundamente erforderlich, was den Aufwand für Tiefbauarbeiten und Baustellenvorbereitung erhöht. Die Kranbeine beanspruchen Bodenfläche, können den Verkehr behindern und die nutzbare Arbeitsfläche unter dem Kran im Vergleich zu Hängekranen verringern.

Brücken- und Portalkrane finden in verschiedenen Branchen breite Anwendung, ihre Einsatzlogik ist jedoch nicht austauschbar. Bauform, Tragwerksmethode und Installationsbedingungen bestimmen maßgeblich, wo welcher Krantyp seine Stärken ausspielt. Im Folgenden präsentieren wir branchenspezifische Anwendungsbeispiele von Brücken- und Portalkranen, übersichtlich nach Branche gekennzeichnet, um zu veranschaulichen, wie sich die einzelnen Krantypen für unterschiedliche Einsatzumgebungen und Nutzungsanforderungen in realen Projekten eignen.
In industriellen Anwendungen werden Brückenkrane häufiger in Innenräumen eingesetzt, wo die Gebäudestruktur Kranbahnen tragen kann und stabile, wiederholte Hebevorgänge erforderlich sind. Typische Anwendungsbereiche sind Produktionshallen, Stahlverarbeitungsanlagen, Automobilwerke, Pharmaanlagen und andere geschlossene Einrichtungen, in denen optimale Raumausnutzung, Workflow-Integration und Betriebskontinuität entscheidend sind.

Industrielle Werkstattproduktion

Stahlindustrie

Stahlwalzindustrie

Abfallwirtschaft

Stahlplatten- und Profilhandhabungsindustrie

Automobilindustrie

Pharmaindustrie

Luft- und Raumfahrtindustrie
Portalkrane werden vorwiegend im Freien und in halboffenen Umgebungen eingesetzt, wo große Bauteile, weitreichende Spannweiten und schwere Lasten ohne Unterstützung durch Gebäudestrukturen bewegt werden müssen. Typische Beispiele sind Fertigteilwerke, Betonfertigteilwerke, Walzwerkslager, Schiffswerften, Containerterminals sowie Erdöl- und Erdgasanlagen.

Vorfertigungsindustrie

Betonfertigteile Industrie

Materialhandhabung in Walzwerken

Erdöl- und Gasindustrie

Schiffbauindustrie

Containertransportindustrie

Eisenbahnindustrie

Reinraumindustrie
In realen Projekten lässt sich der Gesamtpreis eines Kransystems nicht allein anhand des Krantyps beurteilen. Faktoren wie Installationsumgebung, bauliche Gegebenheiten, Fundamentarbeiten und Schutzanforderungen haben oft einen größeren Einfluss auf die Gesamtinvestition als die Ausrüstung selbst. Um einen praxisnahen und objektiven Vergleich zu ermöglichen, präsentiert Dafang Crane zwei reale Projekte mit einem Brückenkran und einem Portalkran gleicher Tragfähigkeit. So wird veranschaulicht, wie die Einsatzbedingungen die Gesamtprojektkosten beeinflussen.
| Krantyp | LD-Einträger-Laufkran | MH Einträger-Portalkran |
|---|---|---|
| Anwendungsszenario | Wird in Wasserkraftwerken verwendet | Wird in Wasserkraftwerken verwendet |
| Kapazität | 10t | 10t |
| Spanne | 28,5 m | 28,5 m |
| Hochheben | 10 m | 10 m |
| Arbeitsebene | A4 | A4 |
| Nennspannung | Wechselstrom 380 V | Wechselstrom 380 V |
| Preise/USD | 11161 | 26657 |
| Lastübertragungspfad | Die Lasten werden auf die Gebäudestützen und Fundamente übertragen. | Die Lasten werden über die Portalbeine vollständig auf den Boden abgeleitet. |
| Abhängigkeit von der Gebäudestruktur | Hoch (vorteilhaft, wenn die Struktur für den Kraneinsatz geeignet ist) | Niedrig (strukturell unabhängiges System) |
Die Anlagenhöhe dieses Projekts beträgt 14 Meter. Sowohl der 10-Tonnen-Einträger-Brückenkran vom Typ LD als auch der 10-Tonnen-Einträger-Portalkran vom Typ MH können in der Anlage des Wasserkraftwerks eingesetzt werden und erfüllen beide die technischen Anforderungen.
Die beiden Systeme sind hinsichtlich Tragfähigkeit, Spannweite (28,5 m), Hubhöhe, Spannung und Einsatzszenarien identisch. Der Unterschied liegt daher hauptsächlich in der Kostenstruktur, nicht in der Tragfähigkeit selbst. Der Preisvorteil von Brückenkranen ergibt sich aus der Nutzung von Anlagenstrukturen. Die Hublast wird über den Fahrträger direkt auf die Anlagenstütze und das Fundament übertragen, ohne dass Gleise oder tragende Tiefbauarbeiten erforderlich sind. Dadurch konzentriert sich das Projekt im Wesentlichen auf die Lieferung und Montage der Ausrüstung. Unter gleichen Betriebsbedingungen sind die Gesamtinvestitionen in Brückenkrane daher deutlich geringer. In diesem Fall entspricht der Preis für Brückenkranausrüstung US 11161, was besonders für den stationären, langfristigen Einsatz in geschlossenen Räumen geeignet ist.
Im Gegensatz dazu müssen Portalkrane selbst innerhalb desselben Werks die Last über Stützen auf die P38-Bodenschiene übertragen, was den Bau eines zusätzlichen Bodenschienensystems, Fundaments und weiterer Stahlkonstruktionen erfordert. Diese Faktoren trieben die Kosten für Herstellung und Installation der Ausrüstung direkt in die Höhe, sodass der Preis für Portalkrane unter gleichen Bedingungen 26.657 US-Dollar erreichte und damit deutlich höher lag als der von Brückenkranen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass unter der Voraussetzung, dass die Höhe und die baulichen Gegebenheiten der Anlage dies zulassen, Brückenkrane die gleichen Betriebsziele zu einem niedrigeren Preis erreichen können, was eine kostengünstigere Lösung darstellt; Portalkrane hingegen bieten im Gegenzug für höhere Kosten strukturelle Freiheit und technische Flexibilität und eignen sich daher für Projekte mit baulichen Einschränkungen oder sich ändernden zukünftigen Anforderungen.
Die Wahl zwischen einem Brückenkran und einem Portalkran sollte sich an den baulichen Gegebenheiten, der Einsatzumgebung und den Gesamtprojektkosten orientieren und nicht allein am Krantyp. Aus ingenieurtechnischer Sicht lässt sich die Entscheidung anhand der folgenden drei Dimensionen klar nachvollziehen:
Der grundlegende strukturelle Unterschied liegt in der Lastabtragung. Ein Brückenkran überträgt die Lasten über Kranbahnträger auf die Gebäudestützen und Fundamente und ist daher stark von der Werkstattkonstruktion abhängig. Ein Portalkran hingegen ist ein beingestütztes, selbsttragendes System, bei dem die Lasten direkt auf Bodenschienen oder Fundamente übertragen werden. Diese strukturelle Unabhängigkeit ermöglicht den Einsatz von Portalkranen dort, wo Gebäude keine Kranbahnen tragen können oder bauliche Veränderungen unpraktisch sind.
In der Praxis werden Brückenkrane häufiger in Innenräumen eingesetzt. Portalkrane hingegen finden häufiger Anwendung im Freien oder in halboffenen Bereichen. Diese Unterscheidung ist jedoch nicht absolut. Portalkrane können unter bestimmten Bedingungen auch in Innenräumen eingesetzt werden, und Brückenkrane lassen sich unter bestimmten Voraussetzungen – etwa bei geschützten Bauwerken und entsprechender Gefahrenklasse – auch im Freien verwenden. Die Eignung hängt letztendlich von der Betriebsumgebung und den jeweiligen Anforderungen ab.
Aus Kostensicht sollte bei der Kranauswahl der Fokus auf den gesamten Projektinvestitionen liegen, nicht nur auf dem Kranpreis.
Brückenkrane erfordern zwar einen höheren anfänglichen Planungsaufwand, bieten aber in festen, stark frequentierten Hallen oft geringere Lebenszykluskosten. Portalkrane benötigen in der Regel Bodenschienen, Fundamente und Umweltschutzmaßnahmen, was die Anfangsinvestitionen erhöhen kann, aber Flexibilität und strukturelle Unabhängigkeit bei beengten baulichen Verhältnissen ermöglicht.
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